Künstlerportrait: Jürgen Wurm

Künstlerportrait: Jürgen Wurm

JÜRGEN WURM

JuergenWurm

ÜBER MEINE ARBEIT

Zugvögel – Bilderserie von Jürgen Wurm

Jürgen Wurm möchte in seinen Werken etwas zur Darstellung bringen, das hinter einem nicht sichtbaren Vorhang verborgen ist, aber doch so tief in uns selbst da ist.

Das Besondere an diesen Arbeiten ist die völlig neue Arbeitsweise: der Künstler beginnt auf dem weißen Trägermaterial mit abstrakten Strichen, breiten Linien, farbigen Flächen, bildet dann mit weißer Farbe eine leichte Deckschicht über die abstrakten Formen und lässt das entstehende Werk trocknen. Bei der Betrachtung entdeckt der Künstler Figuren, Gesichter, Szenerien, die er mit Kohle nachzeichnet. Nur das, was er in der Abstraktion „ent-deckt“ wird durch Überführung in ein vages Konkretum auch Bestandteil des fertigen Bildes; es wird nichts Weiteres hinzugefügt. Abschließend arbeitet der Künstler die Formen aus, indem er den Hintergrund (ein-)farbig ausmalt.

Jürgen Wurm hat für diese Vorgehensweise den Begriff „TROUVEISMUS“ geprägt – die Darstellungen entstehen eher in einem „Findungs-Prozess“ als in einem „Schaffens-Prozess“.

Nach der Interpretation des Künstlers zeigt sich in den Werken der Verweis auf das Zeitgeschehen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in dem sich zunehmend der Einfluss von optimierenden und nivellierenden Möglichkeiten der Gentechnologie und plastischer Chirurgie auf die kollektiven Vorstellungen unserer Körper heraus kristallisiert. In einer fast zwanghaften Verstrickung haben Lasergeräte, Biomaterial und ähnliches eine übermäßige Bedeutung erlangt. Körper werden immer weniger in ihrer individuellen Ausprägung akzeptiert, sondern als modellierbarer Teil eines globalisierten Massengeschmacks wahrgenommen.

Diese Ideen von Perfektion und Unverwundbarkeit kollidieren dabei im Künstler mit den Ablagerungen in der Seele, die die Verbrechen und Massenverwüstungen des letzten Jahrhunderts hinterlassen haben, die im Prozess des Malvorgangs aufgewühlt und unbewusst aus dem weißen Leinwandblock heraus geformt werden.

In den Werken des Künstlers entstehen Körper nicht als durch Botox und Silikon genormtes Endprodukt des menschlichen Wollens, sondern in grotesker Deformiertheit, in Posen triebhafter Verzerrung und Metamorphose, selbst Ungeheuer gebärend. Extrem – Schaurig – Lebendig.

Die Herausforderung, die eine Verpflichtung des freien menschlichen Willens zu Humanität und Akzeptanz von Individualität darstellt, soll nicht durch die Möglichkeiten, die die heutige Zeit bietet, aus dem Sichtfeld der Zivilisation verloren gehen.

VITA

Jürgen Wurm
geboren 1957 in Saarbrücken
ab 1980 Kunststudien in Wien und München
( Prof. E. Fuchs / Prof. H. Seeger; angewandte Kunst bei G. Trautner )
seit 1986 freischaffender Künstler in München
zeitweilig Lehrtätigkeit als Dozent
Einzelausstellungen im In- und Ausland

- 1982 – 1983 eigene Galerie in München-Schwabing
- 2000 – 2002 eigene Zeichen- und Malschule in Straubing

Ausstellungen (u.a.)
- Ausstellung Olympiaturm, München
- Große Retrospektive BAT, Rathaus Bayreuth
- Ausstellung Raiffeisenbank, Straubing
- Ausstellung Kunstmodell, Passau
- Ausstellung Barmer Ersatzkasse, Plattling
- Ausstellung Autohaus Steinberger, Straubing
- Ausstellung Crédit Suisse, Schloss Thurn und Taxis, Regensburg
- Ausstellung Stadtbibliothek Straubing für Frauenhaus, Straubing
- Ausstellung Rathaus Forbach (Frankreich)

Aktionen / Projekte (u.a.)
- Folienbild-Inszenierungen in Schulen, Kunstmodell Passau
- künstlerische Messestandgestaltung, Bäder-Hersteller, Frankfurt

Auftragsarbeiten (u.a.)
- Gemälde für Kino, Straubing
- Gemälde für Rathaus, Irlbach
- Gemälde für Preisvergabe, Straubing
- Skulptur „Goldener Thron“, Bad Zwischenahn (Kultursommer)
- Schiffsbemalung, Reederei Ekkenga, Bad Zwischenahn (Kultursommer)
- künstlerische Gestaltung der Räume der Crédit Suisse, Schloss Thurn und Taxis, Regensburg
- Skulptur „Goldene Wirbelsäule“ für Kreiskrankenhaus, Bogen/Straubing

Schaffensperioden
- Lyrischer Surrealismus: „Casanova“, „Tierkreiszeichen“, „Kaleidoskop der Träume“
- Abstrakte Stilvariante: „Zwischengefühle“
- Experimentelle Malerei: Folienbilder, Dollarbilddrucke, Fotoübermalungen
- Impressionistische Bilder: Donaulandschaften, Donauschiffe
—-> Synthese dieser Kunstrichtungen: Magischer Surrealismus
- Experimenteller magischer Surrealismus: Skulpturen (Gipsbinden bemalt mit Phosphor)
- Weitere Serien: „Schläfer“, „Neue Ornamentik“, „Griechische Mythologie“, „Flowers“, „Shooting“
- aktuell Trouveismus: „Zugvögel“

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